Familie Eisenlöffel und mehr ...
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von Ursula Eisenlöffel

Mai 2004: Ich war zum ersten Mal in Beschka. Die Reise war abenteuerlich und am Ende stand für mich fest: nie wieder nach Beschka!!!
Juni 2011: Inzwischen habe ich Beschka schon 15x besucht und der Ort ist fast meine zweite Heimat geworden. Auch in diesem Jahr gab es wieder einige Höhepunkte. Aber der Reihe nach. Hier einige Aufzeichnungen aus meinem Tagebuch:
Montag, 30. Mai 2011
Die letzte Gruppe der Teilnehmer, immerhin 18 Personen, steigt in Irschenberg zu den 30 Fahrgästen in den Bus. Dann beginnt unsere Reise "immer Richtung Novi Sad" wie Otto, einer unserer Teilnehmer, es so schön in einem Lied ausdrückte. In St. Pölten angekommen dürfen wir uns stärken und Kraft für den zweiten Teil der Reise tanken.
Dienstag, 31. Mai 2011
Nach einem guten Frühstück ging es weiter "immer Richtung..." Am Nachmittag erreichten wir Beschka und wurden wie immer von unseren Freunden herzlich begrüßt. Nach dem Abendessen sprachen wir mit  Duško und Tomas über das neue schon fertige Friedhofstor. Ich konnte es kaum erwarten es zu sehen. Obwohl es schon dunkel war fuhren sie mich zum Friefhof. Ich war einfach glücklich.

Empfang Empfang Empfang
Herzlicher Empfang beim Hotel Park

Mittwoch, 1. Juni 2011
Der erste Höhepunkt unserer diesjährigen Fahrt: Das Haus von Kristian Dörner hatte seinen 100. Geburtstag. Die liebe serbische Familie Tišma zeigte uns Haus und Hof. Sie haben alles weitgehend in seiner ursprunglichen Form belassen. Aus diesem Anlass bekamen die neuen Besitzer  von der Reisegruppe eine anerkennende Urkunde überreicht.
Wie in jedem Jahr hatten wir dann Zeit, Häuser und Straßen zu suchen, und natürlich wurde so manch einer "fündig" und genoß die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Serben. Alle waren begeistert.

Dörnerhaus Dörnerhaus Dörnerhaus
100-Jahr-Feier "Dörner-Haus"

Donnerstag, 2. Juni 2011
Für den nächsten Tag stand eine Schiff-Fahrt auf dem Programm. Beim Hotel Sidro ging es los. Als ich die "Schiffchen" sah, verließ mich aber sehr schnell der Mut und ich entschloss mich, lieber an Land zu bleiben. Alle anderen bestiegen die Schiffe, einschließ eines „Anhänger's“ und hatten offensichtlich gute Laune. Später erzählten sie begeistert von der Fahrt auf der Donau, und ich bereute ein wenig, nicht dabei gewesen zu sein. Unser Fahrer Marjan fuhr dann aber mit dem Bus nach Slankamen. Dort sollten wir die Gruppe wieder treffen und miteinander Mittag essen. In der

Donau Donau Donau
Donauerlebnis - endlich wieder festen Boden unter den Füßen...

Zwischenzeit besuchten wir das Denkmal in Slankamen, wo 1691 eine Schlacht gegen die Türken stattgefunden hatte. Vor 5 Jahren war ich schon mal dort. Inzwischen wurde dieser geschichtlich so bedeutende Ort richtig herausgeputzt und die Straße befestigt, so dass auch Busse dort hinfahren können. Schnell lernten wir wieder neue Freunde kennen, die uns erzählten, dass all diese Dinge auf Privatinitiative geschehen sind. Leider blieb uns keine Zeit für den immer paraten Rakija.

Slankamen Slankamen Slankamen
Neue Freunde an einem geschichtsträchtigen Ort

Am Nachmittag erwartete uns eine kulturelle Veranstaltung besonderer Art. Die Kindergartenkinder boten ein phantastisches Programm, das so viele Leute in den Saal zog, dass wir kaum Platz fanden. Anschließend bekamen wir noch ein Sonderprogramm der Beschkaer Jugend-Tanzgruppe. Man wird fast schwindlig, wenn man den jungen Leuten beim Tanzen zuschaut. Ich wüßte gar nicht, wohin mit meinen Füßen, bei dem schnellen Takt.

Folklore Folklore Folklore
Ein eindrucksvoller Kultur-Nachmittag

Freitag, 03.06.2011
Am Freitag hatten wir vormittags Zeit für den Piaz. Das ist immer eine ganz besondere Zeit und so ganz anders als auf den Wochenmärkten  in Deutschland.
Gegen 10 Uhr ging die ganze Gruppe von 60 Personen zum Friefhof. Vor vier Jahren durften wir hier eine Gedenkstätte einweihen, heute das neue Friedhofstor. Etliche Gemeindeglieder der katholischen Kirche waren auch gekommen. Das Wetter meinte es auch gut mit uns. Es fielen zwar ein paar Regentropfen, aber die haben uns überhaupt nicht gestört. So feierten wir wieder einen ökumenischen Gottesdienst mit den Pfarrern der katholischen und serbischen Kirche und unser Landsmann, Karl-Heinz Wendel., Dekan i.R. Der Friedhof ist jetzt wirklich eine würdige Ruhestätte geworden.

Tor Tor Tor
Die Thujen sind gewachsen - das Friedhofstor wurde eingeweiht

Anschließend besuchten wir den Kindergarten, um den Kindern unsere Geschenke abzugeben. Im letzten Jahr hatte Erhardt einen Film über unsere Beschka-Reise gemacht und gegen eine Spende  für den Kindergarten oder für den Friedhof abgegeben. Wir wurden auch hier sehr fröhlich empfangen und die Kinder boten uns ein tolles Programm. Durch Lieder und Spiele lernen schon die Kleinen die deutsche Sprache. Wir waren alle sehr beeindruckt.

Kindergarten Kindergarten Kindergarten
Die Kinder erfreuten uns mit einem wunderschönen Programm

Am frühen Abend fuhren wir in die katholische Kirche, um dort unseren Himmelfahrtsgottesdienst zu feiern. Wir sind in dieser Kirche immer gern gesehene Gäste.
Das waren schon viele Eindrücke an einem Tag, aber der war ja noch nicht zu Ende. Den Abend verbrachten wir auf dem Sallasch. Darauf hatten wir uns alle schon riesig gefreut. Auch in diesem Jahr wurden wir nicht enttäuscht. Es war einfach wieder ein wunderschöner Tag, der viel zu schnell zu Ende ging. Es versteht sich, dass wir nach solchen Tagen spätabends einfach todmüde in unsere Betten fielen.

Salasch Salasch
Der Abend auf dem Salasch mit Zigeuner-Musik

Samstag, 04.06.2011
Samstag war unser „freier“ Tag. Einige machten sich mit dem Zug! Auf den Weg in Nachbarorte. Auch nach Novi Sad. Andere wurden mit Kleinbussen in die Fruška Gora gefahren oder in andere Orte, die sie gerne sehen wollten.
Unsere serbischen Freunde waren inzwischen wiederholt in Deutschland. Sie haben viele Eindrücke mitgenommen. Was sie sehr beeindruckte war die Tatsache, dass man hierzulande freiwillig, ohne Bezahlung, etwas für die Allgemeinheit tut. Das war neu für sie. Also begannen sie, so etwas auch in Beschka zu machen. Am Samstag treffen sich die Schulkinder, bekommen Handschuhe und Plastiksäcke und entfernen den Müll. Duško meinte, dass es für manchen wohl ein Ansporn wäre, wenn einige von uns auch mitmachen würden. Es war ein sehr heißer Tag, aber wir machten mit und hatten sogar Spass dabei. In der Schule helfen die Kinder sowieso viel mit. Da heißt es dann im Kunstunterricht: die Wände der Schule zu bemalen. Das sieht sogar richtig schön aus.

Schule Schule Schule
Ein ganz neues Erlebnis an unserem "freien" Tag

Nach getaner Arbeit besuchten Ludwig und ich das Eisenlöffel-Haus. Im Jahr 2004 sah es ja noch ganz schön aus. Aber jedes Jahr konnten wir den Verfall mehr beobachten. Der Putz bröckelte und die Fenster sahen immer brüchiger aus. Wie groß war unsere Freude, als wir sahen, was die Eigentümer inzwischen alles gemacht hatten. Das Haus hat zur Straße hin 3 schöne große Fenster bekommen. Jetzt sind wir schon sehr gespannt, ob es beim nächsten Besuch auch einen neuen Anstrich haben wird.
In diesem Jahr erlebten wir auch immer wieder, dass wir von alten Serben angesprochen wurden, die nach ihren früheren deutschen Schul- und Spielkameraden fragten. Ich verstehe die Sprache immer noch sehr schlecht, aber wenn ich dann die mir bekannten deutschen Namen wie Blenich, Weiss, Sohl und Beintner hörte, spitzte ich schon die Ohren. Wenn Ludwig dann mit dem einen oder anderen auf einem wackligen Bänkchen vor dem Haus saß und plauderte, stellte ich mir vor,    wie es wohl war als sie noch Schulbuben waren. Ich wünsche mir, dass man bei unserem nächsten Besuch all diese lieben Menschen einladen würde, mit uns zu feiern.

Elternhaus Freunde 50Jahre
Unvergeßliche Erlebnisse...

Am Abend trafen wir uns alle wieder im Hotel Centar. Wir durften noch ein privates Fest feiern. Walter und Elisabeth hatten nur wenige Tage vor unserer Fahrt ihre Goldene Hochzeit. Wir haben heimlich eine große Torte besorgt und dann alle miteinander „nachgefeiert“.
An jedem Tag wurden wir verwöhnt mit gutem Essen, viel Aufmerksamkeit und Musik. Ja, die Musik. Manchmal war sie für unsere Ohren etwas laut, aber man spürte, dass alle uns eine Freude machen wollten. Inzwischen habe ich sogar gelernt, meine Lieder in der serbischen Sprache zu wünschen. Wenn man mich dann versteht, bin ich sehr glücklich.
Auch die schönste Reise geht einmal zu Ende. Mit vielen guten Gedanken und unvergesslichen Erlebnissen im Herzen verabschiedeten wir uns von unseren serbischen Freunden und fuhren Richtung Heimat. Jetzt denke ich auf der langen Rückfahrt nicht mehr wie bei meiner ersten Reise "nie wieder", sondern ich freue mich schon auf das nächste Mal in Beschka.

Gruppe
Vor dem Hotel Park
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