Familie Eisenlöffel und mehr ...
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Das Familienwappen der Eisenlöffel

Ein paar  Gedanken zu unserem Familienwappen. Voranstellen möchte ich eine  Bemerkung zur Heraldik (Wappenkunde) im Allgemeinen. Der Gebrauch von Wappen wurde seit dem 12. Jahrhundert ganz allgemein beliebt. Nicht nur  der Adel, sondern auch Bürger und Handwerker konnten ab dem 14. Jahrhundert ein eigenes Wappen führen.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde die freizügige Wappenannahme „von oben“ her unterdrückt. Die Landesherren merkten, dass aus einem Wappen so etwas wie eine Auszeichnung gemacht werden konnte und erklärten sich für ihre Verleihung zuständig. Das brachte ihnen Geld ein und sie machten sich dadurch ergebene und untertane Verbündete. Es bedeutete von da an viel, wenn jemand das Recht zugesprochen bekam, ein Wappen zu führen. (In ganz Europa, aber besonders in Großbritannien, gilt das eigene Familienwappen heute noch  als Statussymbol). Auch in Deutschland gibt es noch einen „gehobenen“ Wappengebrauch, der sogar unter dem Schutz des Gesetzes steht, wenn es um den Nachweis einer echten Wappenverleihung geht (meist nur innerhalb des heute weithin verbürgerlichten oder verarmten Adels). Die Familienheraldik unterliegt in Deutschland keiner gesetzlichen Genehmigungspflicht und  wird privat oder in Vereinen gepflegt. Jedermann kann sich heute ein eigenes Familienwappen herstellen und mit einer Art Schutzbrief versehen lassen.  Unser  weit verbreitetes Wappen, das von der Familie Eißenlöffel in Baden überliefert worden ist, wurde bislang in keinem amtlichen Verzeichnis gefunden. Die Angabe der Jahreszahl „1600“ und die Inschrift „Familie Eissenlöffel“ sind nicht typisch für die frühe Zeit. Es spricht aber nichts dagegen, dass das Wappen selbst authentisch ist. Vermutlich sind die genannten zwei Zusätze nachträglich angebracht worden, was in jener Zeit durchaus üblich war. Man schmückte die einfachen Schilde mit ornamentartigem Beiwerk.
Machen wir uns folgendes klar: Die Familien Eisenlöffel  hatten im 16. Jahrhundert in Bensheim ihre Blütezeit. Sie haben über mehrere Generationen  nicht nur Schultheißen und Stadträte, sondern auch Burgmannen auf der Starkenburg und in Bensheim selbst gestellt. Ein Spross der Familie war als Soldat (Offizier?) Begleiter seines  Kurfürsten gewesen. Es erscheint daher sehr wahrscheinlich, dass  einem von ihnen das Recht der Wappenführung offiziell zuerkannt worden, bzw. verliehen worden ist.
Im Januar 1998 - also erst vor kurzer Zeit - wurde mir bekannt, dass im Heimatmuseum von Bensheim ein noch älteres Wappen ausgestellt ist. Es gehörte dem Schultheißen Caspar Eysenlöffel und stammt aus dem Jahr 1560. Als Symbol hat es zwei gekreuzte Löffel auf einfachem Schild (ohne Helm und Ornament). Es ist auf einem Grenzstein eingemeißelt, der 1920 bei Bauarbeiten gefunden wurde. Die Echtheit des Wappens ist unbestritten. Im hessischen Staatsarchiv in Darmstadt existiert eine Beschreibung darüber. Demnach ist der Untergrund des Schildes in blauer Farbe gehalten und die zwei gekreuzten Löffel sind silbergrau - bzw. „metallicfarben“.
Unser bisher bekanntes und in vielen Haushalten verbreitetes Familienwappen scheint eine weiterentwickelte Form dieses 40 Jahre älteren Wappens zu sein. Dem Schild wurde später - was kunsthistorisch allgemein bekannt ist, wie ich schon sagte, - Helm- und Ornamentschmuck hinzugefügt. Nach einem Gedankenaustausch mit mehreren heutigen Namensträgern habe mich entschlossen, das ältere Wappen der Familie Eisenlöffel von 1560 grafisch neu gestalten zu lassen. Es hat die äußere Form behalten, die auf dem Grenzstein zu sehen ist. Der blaue Untergrund und die metallfarbenen, gekreuzten Löffel werden einmal urkundlich erwähnt (Blüm). Auch die für das 16. Jahrhundert typischen Ornamente verdanken wir ihm. Es ist durchaus legitim und schmälert die Echtheit und den Wert unseres Wappens in keiner Weise, wenn wir es farblich  seinem ursprünglichen Aussehen angepasst haben.  

Grenzstein Wappen aus Bronze Das neu gestaltete Wappen Wappen, wie es in der Wappenrolle eingetragen ist
Wappenstein des Caspar Eisenlöffel
von 1560 aus Bensheim
Wappen aus Bronze von Berthold Eißenlöffel (Baden) Das neu gestaltete Wappen nach Vorlage des Grenzsteins Familienwappen, wie es in der
Hessischen Wappenrolle eingetragen ist

 

Eisenlöffel

Wappen (1560, Helmzier ergänzt):

In Rot zwei schräg gekreuzte goldene Löffel.

Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit gleichen Decken ein geschlossener roter Flug, belegt mit einem  schrägrechten goldenen Löffel, beseitet von zwei sechszackigen goldenen Sternen.

Das Wappen wurde im Band 29, Heft 3/2006 veröffentlicht.

wiki-de.genealogy.net/Hessische_Familienkunde/Band_29

 

(Erstellt: 26.12.2009, letzte Änderung: 15.01.2012)

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