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Das Vernichtungslager in Mitrowitz

Es ist mittlerweile bekannt, dass die „Donauschwaben“ im alten Jugoslawien durch Beschluss des Tito-Partisanen-Regimes dazu verurteilt worden waren, als Zugehörige zum deutschen Volk gegen Ende des zweiten Weltkriegs durch eine „ethnische Säuberung“ vertrieben oder vernichtet zu werden. Als die Partisanen im Oktober 1944 unter dem Schutz der sowjetischen roten Armee an die Macht kamen, begannen sie sofort auch mit der beschlossenen „Endlösung“, indem sie alle Deutschen für vogelfrei erklärten und der Willkür eines mörderischen Mobs ausgesetzt haben. In einer ersten blutigen Phase ermordeten sie alle führenden, reichen und gebildeten Männer durch grausame Foltermaßnahmen, Erschießungen, Totschlag und Ertränken. Dann trieben sie alle deutschen Familien aus ihren Häusern und sperrten sie in Internierungslagern ein. Es waren hauptsächlich sehr junge oder sehr alte Männer – die wehrfähigen Männer waren fast ohne Ausnahme alle in die deutschen militärischen Verbände eingezogen worden -, und es waren die schutzlosen Frauen und Kinder, die in diesen Lagern durch Hunger und Krankheiten dezimiert worden sind.
Eines der kleineren Internierungslager war in der serbischen Kreisstadt Sremska Mitrovica. Der Name der Stadt war schon seit vielen Jahrzehnten dadurch bekannt, dass es dort ein Zuchthaus für Straftäter gegeben hat. Doch die internierten Deutschen wurden nicht in diesem Gebäude untergebracht, sondern in dem dreistöckigen Fabrikgebäude einer Seidenspinnerei. Sie hieß auf Serbisch „Svilara“ und ist unter diesem Namen in die Geschichte des Völkermordes eingegangen, den das kommunistische Tito-Regime in insgesamt acht Internierungslagern nach Beendigung des zweiten Weltkriegs an insgesamt 60.000 „Volksdeutschen“ begangen hat.
Alte Seidenfabrik 1962 Die alte Seidenfabrik neben dem Sportplatz
Die ehemalige Seidenfabrik „Svilara“ in Mitrowitz
In Mitrowitz – wie wir Donauschwaben die Stadt nennen – sind von 1945 bis 1948 rund 2000 Menschen umgekommen. Es gab in dem großen Fabrikgebäude getrennte Abteilungen für Frauen und Kinder, für Alte und Arbeitsunfähige, und schließlich eine Abteilung für noch arbeitsfähige Männer und Frauen. In dieser Kategorie befanden sich Handwerker und Frauen, die tagsüber in „Arbeitsbrigaden“ in der Stadt oder auf den Feldern unter strikter Bewachung durch Partisanen zur unentgeltlichen Zwangsarbeit gebracht wurden.
Da sie völlig ausgeplündert und dann interniert worden waren, hatten sie nur noch ihre Kleidung auf dem Leibe und bekamen im Lager selbst so wenig zu essen, dass die Menschen in großer Zahl verhungert sind. An ihren Arbeitsplätzen bekamen sie auch nichts zu essen, außer dass sie sich gelegentlich auf den Feldern in unbewachten Momenten eine Handvoll Weizen- oder Maiskörner ergattern konnten.
Die Zustände in der „Svilara“ waren unbeschreiblich hart, am schlimmsten für die unschuldigen kleinen Kinder. Sie bekamen zwar von ihren ebenfalls internierten Großmüttern noch die letzten Kartoffelschalen als Speise, und blieben nur deshalb am Leben. Dafür mussten viele zehnjährige und noch jüngere Kinder ihre Großmütter oder gar die eigenen Mütter auf den ärmlichen Leichenkarren aufladen und zu einem Massengrab bringen, oder manchmal sogar selber verscharren.
Diese unvorstellbaren Schicksale der „Volksdeutschen“ in Jugoslawien sind wissenschaftlich-historisch dokumentiert. Von etwa 40.000 dieser unschuldigen Opfer hat man die Namen und persönlichen Daten erfassen können. Die anderen 20.000 werden entweder vermisst oder sie werden bei den Opfern mitgezählt, ohne dass sicher ist, in welchem Lager und wann sie umgekommen sind. Insgesamt waren etwa 250.000 Deutsche in dem Schicksalsjahr 1944 nicht geflüchtet sondern in ihren Dörfern und Städten in der Vojvodina geblieben. Sie hatten sich gegenüber den Serben, Kroaten, Slowaken, Ungarn und anders nationalen nichts zu Schulden kommen lassen und dachten, dass die Partisanen – politisch längst zur „Nationalen Befreiungsarmee“ mutiert - ihnen auch nichts antun würden. Sie hatten sich leider getäuscht und gerieten in die tödliche Falle einer rachsüchtigen Terrorarmee, von deren Grausamkeit sie sich keine Vorstellung hatten machen können.
Svilara Svilara Svilara
Es ist nicht mehr viel übrig geblieben von der „Svilara“…
Svilara Svilara Svilara
Zum Glück konnten von den rund 200.000 Donauschwaben, die von der ethnischen Säuberung betroffen waren, viele Tausende auf abenteuerliche Weise aus den Lagern entkommen, bzw. nach etwa 1948 schrittweise über Ungarn nach Österreich oder Deutschland fliehen und dort eine neue Heimat finden. Viele sind auch nach den USA, Kanada, Süd-Amerika und Australien ausgewandert. Auch wenn nur relativ wenige Deutsche in Mitrowitz interniert waren und dort umgekommen sind, steht dieser Name für die vielen anderen Lager im ehemaligen Jugoslawien, in denen es ähnlich unmenschlich zugegangen ist. Obwohl die Siegermächte, im besonderen die Engländer, um diese politischen Verbrechen wussten, haben sie nichts dagegen unternommen, sondern sie im Gegenteil ebenso totgeschwiegen wie die Kommunisten selbst es getan haben.
Das Tito-Regime hat es fertig gebracht, das „Verschwinden“ der Deutschen aus ihren Dörfern und Städten fast völlig zu vertuschen. In die leer stehenden Häuser der geflüchteten oder vernichteten Deutschen wurden planmäßig Serben aus verschiedenen Regionen Jugoslawiens eingewiesen. Sie wurden – wie einst die im 18. Jahrhundert angesiedelten Deutschen - „Kolonisten“ genannt. Man hat ihnen gesagt, dass sie mit gutem Recht in den Häusern der „Faschisten“ leben und deren Güter in Gebrauch nehmen dürften. „Smrt fasizmu“, d. h. „Tod dem Faschismus“ war der Gruß auf jedem offiziellen Schreiben der kommunistischen Ämter und Behörden.
In Beschka hatten vor der Flucht rund 2000 deutsche Familien gelebt.
In der Schule erzählte man den Kindern die Lüge, dass es in diesem Dorf nur etwa neun bis 11 deutsche Familien gegeben habe, und die seien mit der Armee Hitlers freiwillig nach Deutschland gezogen. Die alteingesessenen Serben, die ja bis 1944 direkte Nachbarn und Mitbürger der Deutschen waren, wussten, dass das eine reine propagandistische Irreführung der Öffentlichkeit war. Einige ehrbare Serben in Beschka wurden von den Partisanen ebenfalls erschossen, weil sie sich geweigert hatten, der Einberufung in die „Nationale Volksarmee“ der Partisanen Folge zu leisten. Es gab viele „königstreue“ Serben, die über den Sieg der gottlosen Partisanen tief erschüttert waren. Der bei den deutschen Schülern beliebte serbische Lehrer Branko Buta, nahm sich aus Verzweiflung über die politische Realität im Jugoslawien der Nachkriegszeit das Leben indem er sich erhängte. So ausweglos kam ihm die Zukunft des einst friedlichen Dorfes vor.
Es ist gut, beim Rückblick auf das kommunistische System daran zu denken, dass nicht nur Hunderttausende deutscher Menschen unter dem Partisanenstaat gelitten haben, sondern auch Hunderttausende national und christlich gesinnte Serben.
 

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(Erstellt: 25.01.2010, letzte Änderung: 05.02.2010)