Familie Eisenlöffel und mehr ...
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Sindelfingen


Im "Haus der Donauschwaben" in Sindelfingen wurde 1990 eine Gedenktafel für die im 2. Weltkrieg gefallenen und umgekommenen Beschkaer gesetzt. Es waren 156 Personen, darunter 10 Frauen und 5 Kinder. Bei dem vom Beschkaer Heimatausschuss vorgenommenen Festakt wurde das folgende Gedicht gelesen, das ich auch im besonderen Gedenken an meinen Vater David Eisenlöffel schrieb:
 

Wir kennen Eure Namen
und Euer bitteres Los.
Ihr liegt, verstreut wie Samen,
in fremder Länder Schoß. 
Ihr seid uns nah geblieben
durch Jahr und Tag und Stund,
denn Ihr seid eingeschrieben
in unserer Herzen Grund.
Ihr musstet alles geben,
getreu bis in den Tod.
Wir durften überleben
und fanden wieder Brot.
Wir legen Blumen nieder
für Vater, Mutter, Kind,
für Schwestern und für Brüder,
die umgekommen sind. 
Wir falten unsre Hände
für Euch und beten still,
dass Gott Euch so vollende,
wie seine Gnade will.

Glocke aus TorschauGlocke aus Torschau

(Erstellt: 26.12.2009, letzte Änderung: 01.11.2016)



Beschka-Krtschediner Heimat-Treffen mit serbischen Gästen

 Am letzten Heimattreffen der Beschkaer und Krtschediner Ortsgemeinschaften am 7. September 2008 haben zum ersten Mal drei serbische Delegierte aus Beschka als Gäste teilgenommen. Die gut besuchte Veranstaltung wurde stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden Richard Ewinger von unserem Landsmann Robert Nonnenmacher geleitet. Nach der Begrüßung der etwa 120 Teilnehmer und der schon traditionell abgehaltenen Andacht durch Ludwig D. Eisenlöffel wurde an der Gedenkwand aller in den letzten zwei Jahren verstorbenen Landsleute mit dem Verlesen ihrer Namen aus Beschka (49) durch Waltraud Huber und Krtschedin (14) durch Katharina Waniek-Meder in würdiger Weise gedacht.
Robert Nonnenmacher Gedenkfeier für die Verstorbenen

Für das persönliche Gespräch und das gegenseitige Kennen lernen war eine Mittagszeit von drei Stunden anberaumt. Wie bei solchen Heimattreffen üblich, suchten und fanden sich alte Schulkameraden und ehemalige Nachbarn im Gedränge der vielen Gesichter, die sich oft zum ersten Mal seit der Flucht wieder gesehen haben. Die Freude darüber war groß, und es wurden dadurch wieder neue Verbindungen geknüpft und Adressen ausgetauscht. Das Gefühl „ich kenne doch niemand mehr von früher“ weicht dann jedes Mal dem stärkeren Gefühl, jemanden getroffen zu haben, mit dem man Jahre der Kindheit und Jugendzeit gemeinsam verbracht hat. Unter den Teilnehmern waren auch dieses Mal mehrere jüngere Leute, die mit ihren Eltern oder Müttern eine Gruppenreise nach Beschka mitgemacht haben und daraufhin auch einmal beim Heimattreffen dabei sein wollten. Die lieben Krtschediner Landsleute trafen sich derweil zu einem Gedankenaustausch mit Katharina Waniek-Meder über die Lage in ihrem ehemaligen Heimatdorf und dem Ausbau besserer Beziehungen zu den Serben.

Fröhliches Beisammensein am Nachmittag

 

Ernst Kniesel

Dusan Stojšić und L.D. Eisenlöffel

Am Nachmittag kam der Vorsitzende des serbischen Heimatvereins in Beschka, Herr Dusan Stojšić, mit den Herren Duško Lupurović und Savo Petrovićzu Worte. Sie berichteten, dass sie bei der Erforschung ihrer Heimatgeschichte immer wieder auf die unauslöschlichen Spuren der ehemals rund 2000 donauschwäbischen Einwohner von Beschka gestoßen sind und nun dankbar dafür seien, dass es zwischen ihnen und uns zu einem neuen, unbelasteten und guten Einvernehmen gekommen ist. Sie haben sich bei der HOG Beschka für die Einladung nach Sindelfingen sehr herzlich bedankt und uns zu weiteren Besuchen nach Beschka sehr herzlich eingeladen. Dass der 90-jährige Beschkaer Ernst Kniesel ihnen noch die alte (jugoslawische) Hymne auf den König singen konnte, hat sie anscheinend sehr beeindruckt. Sie gaben allerdings etwas verschämt zu, dass die heutigen Serben leider nicht mehr so gottesfürchtig seien wie ihre Väter es früher einmal waren.

Am Samstag bei Fam. Blasius

Ein Film über „Häuser und Gassen im heutigen Beschka“, von Ursula Eisenlöffel angefertigt und vorgeführt,  sowie ein kurzer Bericht über die bisherigen Ergebnisse der Recherche haben den Nachmittag ausklingen lassen. Die Zahlen waren beeindruckend: Von den in Beschka geborenen Leuten und ihren Nachkommen ergibt sich eine Datei mit bisher rund 2000 Namen. Ob es noch gelingt, auch die persönlichen Daten und Adressen dieser mit  Beschka verwurzelten Menschen in aller Welt zu ermitteln, ist im Moment noch fraglich. Davon hängt es allerdings ab, ob in Anlehnung an die Arbeit von Lehrer Peter Lang (im Beschka-Buch von 1973) ein neues Personenstandsregister erstellt und veröffentlicht werden kann. Beim nächsten Heimattreffen in zwei Jahren wird darüber eine Entscheidung fallen können.

 
Für den im Krankenhaus weilenden Vorsitzenden Richard Ewinger wurde eine Grußkarte mit Genesungswünschen in Umlauf gegeben, die von den Anwesenden unterschrieben und seiner Frau Paula zur Aushändigung an ihn übergeben worden ist. Da sich zum Abendessen niemand mehr angemeldet hatte, wurde das Treffen um 18.00 Uhr beendet. Die Gäste aus Serbien sind gleich am nächsten Tag wieder nach Beschka zurück gefahren.                   
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(Erstellt: 26.12.2009, letzte Änderung: 01.11.2016)